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Dr. Arthur Janov:    Epigenetik und Primärtherapie: Die Heilung der Neurose (Teil 18/ 20)

Sonntag, 06. März 2016, Epigenetics and Primal Therapy: The Cure for Neurosis (Part 18/20) www.arthurjanov.com                                                       

        

 

            

                                                                      

Vor Jahren unternahmen wir eine Forschung, die zeigte, dass unsere Patienten nach einem Jahr Primärtherapie erhöhte Produktion von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) aufwiesen. Diese Immunzellen halten Ausschau nach sich entwickelnden Krebszellen, attackieren sie dann und fressen sie. Ich nehme an, dass das bessere Krebskontrolle bei unseren Patienten bedeutet. Aber warum sollte das Wiedererleben dieser frühen Prägungen die Produktion von NK-Zellen erhöhen?

 

Hier muss ich eine These aufstellen: Wenn wir Traumen während der Zeit im Mutterleib haben, kommt es zu einer Deregulierung vieler biochemischer Substanzen, Hormone und Neurotransmitter. Kurz gesagt ändert sich das ganze System, um den Input auszugleichen, und das bedeutet Veränderung der Sollwerte. Woher wissen wir das? Weil wir in allen unseren Studien herausgefunden haben, dass sich die Sollwerte nach der Therapie zu ändern und zu "normalisieren" scheinen. So scheinen zum Beispiel NK-Zellen ihren Sollwert zu verändern und nach einem Jahr unserer Therapie zu Normalwerten zurückzukehren, genauso wie der Spiegel des Stresshormons Kortisol.

 

Es existieren viele Studien, die elterliche Misshandlung mit späterem Krebs korrelieren. Eine Stuide von der Purdue Universität fand, dass Erwachsene, die als Kinder emotional und körperlich misshandelt wurden, als Erwachsene eine viel größere Krebs-Wahrscheinlichkeit hatten (Morton, Schafer & Ferraro, 2012). Je intensiver die Misshandlung, umso wahrscheinlicher der Krebs. Stellen Sie sich jetzt vor, dass wir eine der größten aller Risiken aus dem Mix herausgelassen haben: ständige Misshandlung im Mutterleib - eine Mutter unter Drogen oder mit Depression, eine, die chronisch ängstlich, angespannt und wütend ist. Fügen Sie das zu allem hinzu und Sie haben eine der großen Ursachen von späterem Krebs.

 

Wenn wir also zu diesen generierenden Quellen zurückgehen, zu diesen frühen Einprägungen, scheint sich das System zurück zu regulieren zu dem, was es hätte sein sollen, bevor das Trauma eindrang. Unsere Therapie scheint den Input "auszulöschen" und den Zellen Normalisierung zu ermöglichen. Es ist, als ob das Trauma nie geschah; deshalb behaupte ich, dass wir zurückgehen können und unser frühes Leben ungeschehen und neu machen können. Der Mechanismus dafür kann durchaus das Muster der Methylierung sein, die das das Trauma "versiegelt", - Krebs ist charakterisiert durch "Methylierungs-Ungleichgewicht" (Baylln, Herman, Graff, Vertino & Issa, 1997) Zum Beispiel werden Depressive, die tiefe und entfernte Einprägungen wiedererleben, herausfinden, dass ihre Körpernormaltemperatur von 96 auf 98 Grad (Fahrenheit) ansteigt. Sie normalisieren sich, was bedeutet, dass sie nicht von 96 auf 101 gehen; das ist abnormal. Das Körpersystem such sich seine eigenen Grenzen. Hier sehen wir wieder, dass keine Notwendigkeit besteht, an der Körpertemperatur als solcher zu arbeiten. Wir arbeiten an zentralen Faktoren und das System passt sich ganz von sich aus an. Es gibt ebenso andere Faktoren, denen Biochemiker und andere Spezialisten jeden Tag aufs Neue auf die Spur kommen. Wir überlassen das diesen Experten. Aber es scheint, als würden wir diese frühen Änderungen umkehren, die eine Abweichung biochemischer Sollwerte verursachten. Zusammen damit erfolgte ebenso eine Umleitung von Gehirn-Schaltkreisen. Das neurotische System änderte sich.

 

Was also geschieht, wenn die Zahl der NK-Zellen ansteigt? Wir haben eine stärkere Armee, um Krebs zu bekämpfen, eine Armee, die durch Traumen geschwächt wurde, die während unserer Zeit im Mutterleib (und möglicherweise während des Geburtsprozesses) geschwächt wurde. Das System hat jetzt eine normale Menge zur Verfügung und kann größere Kräfte anhäufen, um Zellanomalie zu bekämpfen. Die Zellen scheinen zu wissen, wenn etwas fehlerhaft ist und eilen herbei, um es zu korrigieren, auf dieselbe Weise, wie Reparaturzellen herbeieilen, um den Blutfluss einzudämmen und bei der Heilung zu helfen, wenn wir uns schneiden. Wir sind ein sich natürlich heilendes System, wenn man ihm die Gelegenheit gibt; und das Wundervolle ist, dass wir in unserem Leben immer die Chance haben, zurückzugehen und das System neu zu stabilisieren. Aus diesem Grund kommt es zu einer Steigerung der Krebsbekämpfungsfähigkeit, wenn NK-Zellen aus Tumorzellen extrahiert, bearbeitet und wieder in das System eingeführt werden.

 

Hier ist die gute Nachricht: Wenn die NK-Armee gestärkt wird, gibt es weniger Krebs, und auch wenn es metastasierte Zellen gibt, können die NK-Zellen jede Erscheinung abnormaler Zellen bekämpfen, ganz gleich, wo sie sind, und sie zum Stillstand bringen. Das ist nicht wie Chemotherapie, ein Gift, das die bösartigen Zellen und zugleich auch gesunde Zellen zerstört. Hier geht es darum, die Gesundheit der Zellen zu steigern, um die Eindringlinge zu bekämpfen: ein viel gesünderer Weg; Mit anderen Worten hat das System jetzt eine normale Menge NK-Zellen, die sie von Anfang an hätte haben sollen, aber nicht hatte. Und dasselbe Trauma, das vielleicht die Sollwerte von NK-Zellen gesenkt hat, könnte auch die Wahrscheinlichkeit von Krebs erhöht haben. Was durchaus geschehen kann, sind epigenetische Veränderungen, welche die Tumor-Unterdrückungs-Gene beeinträchtigen und das System für späteren Krebs öffnen. Das Problem ist, dass die Distanz zwischen dem frühen Trauma und dem Erscheinen von Krebs mit 40 so weit ist, dass  die Ursache unbegreiflich bleibt. Erst wenn wir Patienten ermöglichen zurückzugehen und frühes Trauma wiederzuerleben, sehen wir die Verknüpfung. Gegenwärtig muss das noch eine Vermutung bleiben. Aber was wir tatsächlich sehen, ist, wie völlig systemisch die Auswirkungen von frühem eingeprägten Schmerz sind; wenn Terror und Schmerzen wiedererlebt werden, sind die Heilwirkungen weitgestreut.

 

Übersetzung: Ferdinand Wagner

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