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Primal Mind

 

Dr. Arthur Janov:   Ü     Noch mehr über Depression (3) DDrängung als Hauptakteur                 

Samstag, 04. September 2010, Yet More on Depression, www.arthurjanov.com                                                         

                                                                                                          

 

 

Der Depressive ist im Großen und Ganzen ein Parasympath – jemand, dessen Gesamtsystem zu diesem (parasympathischen) Teil des Nervensystems hin verschoben worden ist. Diese Unterabteilung des Nervensystems wird vom Hypothalamus kontrolliert. Es ist ein System der Ruhe, Entspannung und Reparatur, ein System, das gewöhnlich Untersekretionen produziert. Es ist das System, das sich aus der „Gefrier“-Reaktion bei Tieren entwickelt hat, die sich mit der Zeit entwickelte, um die Fähigkeit zu hemmen, eine unmittelbare und aggressive Reaktion auf Gefahr zu vollziehen. Manchmal besteht die beste Verteidigung darin, nichts zu machen oder wenigstens einen Moment lang zu überlegen, bevor man reagiert. Ein Schlüssel-Marker dafür ist die Körpertemperatur, die universell bei diesen Patienten nahezu immer niedrig ist und vom parasympathischen Nervensystem kontrolliert wird. Sie spricht von einem Geburts- oder Vorgeburtstrauma, welches das System in Richtung Passivität, Verzweiflung, Niederlage und Reaktionsunfähigkeit verschoben hat. Danach kontrolliert es unser Verhalten und unsere Symptome. Migräne ist zum Beispiel oft Teil dieser Systemreaktion: ein Verschließen (Konstriktion) der vaskulären Blutzirkulation, gefolgt von einer massiven Erweiterung (Dilatation).

 

Wenn man tiefe Gefühle, eingekapselte und weit entfernte Einprägungen ignoriert, dann ist es leicht, sie bei der Behandlung von Depression zu übersehen. Man hat dann keine andere Wahl, als Vorschriften anzubieten. Dann kann man nur versuchen, die aufwallende Kraft des Schmerzes zurückzudrängen, weil die Verdrängung frühen Schmerzes zu keiner anderen Alternative führt. „Schau auf die helle Seite“ ist eine religiöse Idee, die man ins Reich der Psychotherapie verlagert hat. Die „Macht des positiven Denkens“ überlässt man am besten der Kirche, weil unser System auf die dunkle Seite „schaut,“ so sehr wir auch auf die helle Seite schauen wollen. Warum? Weil die eingeprägte Erinnerung dunkel und schmerzvoll ist. Man kann sie jedoch erreichen und sie ausmerzen. Ich habe meine Patienten so tief und weit wie möglich  in ihre Vergangenheit gebracht, und ich habe nie einen Dämon oder eine dunkle Teufelskraft gefunden. Alles, was ich je sah, ist abgesonderter Schmerz. Alles, was dort ist, ist reines Bedürfnis, übriggeblieben aus der Kindheit, als diese Bedürfnisse hätten erfüllt werden sollen.

 

Übersetzung: Ferdinand Wagner