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Dr. Arthur Janov:   Ü     Über die einheitliche Feldtheorie in der Psychologie DDrängung als Hauptakteur                 

Montag, 24. Mai 2010, On Unified Field Theory in Psychology, www.arthurjanov.com                                                         

                                                                                                          

 

  Albert Einstein verbrachte die letzten Lebensjahre mit dem Streben nach einer allgemeinen Feldtheorie; das heißt, er suchte nach etwas, das erklären konnte, wie Gravitationsfelder und elektromagnetische Felder sich überschneiden. Wie sie sich in einer einzigen globalen Theorie umfassen lassen. Auch wir suchen nach einer solchen Theorie, sodass wir nicht mehr jedem neuen Symptom oder jeder neuen Krankheit hinterherlaufen müssen, als sei sie von allen anderen unabhängig. Das trifft besonders zu, wenn es um psychische und psychosomatische Krankheiten geht. Was offensichtlich sein sollte, nämlich dass sich Neurologie, Psychologie und Biologie im menschlichen Körper überschneiden, scheint in den fragmentarischen Ansätzen dieser drei Disziplinen vergessen worden zu sein. Um diese Krankheiten zu verstehen, müssen wir deshalb den Körper als interagierendes System auffassen. Ich glaube, was wir jetzt haben, ist eine unvollständige Primäre Feldtheorie, die verschiedene Aspekte der menschlichen Bedingung miteinander verbindet. Zum Beispiel gibt es auf dem Feld der Biologie Tumor-Unterdrücker-Gene, die sich unkontrolliert entwickelnden Krebszellen entgegenwirken. Diese Gene wechselwirken bereits im Mutterleib mit menschlicher Erfahrung (Psychologie), welche diese Unterdrücker-Gene beeinflusst und vielleicht die Entwicklung von Krebs zulässt. Des Weiteren kann dies dann zur späteren Manifestation von Gehirntumoren führen (Neurologie). Wenn wir uns nur  augenscheinliche Bilder des Tumors ansehen, ist unser Forschungsfeld ziemlich beengt. Oder wenn wir uns nur das offensichtliche Zwangssymptom anschauen, sind wir wieder in Verlegenheit. Oder wenn wir uns nur das Blutsystem anschauen, so ist es zu begrenzt, um Antworten zu liefern. Eine Primäre Feldtheorie zeigt an, wie sie sich alle überschneiden und zusammenwirken, um Krankheit zu erzeugen. Ich glaube, wir werden erst bei den Ursachen ankommen, wenn wir uns eine Feldtheorie zu eigen machen. Andernfalls sind wir in der Position, dass wir immer mehr über immer weniger wissen – die kleinsten Details eines Symptoms untersuchen in der Hoffnung, endgültige Ursachen zu entdecken. Das wird nicht geschehen.

  Was ich noch wichtiger finde, ist die Frage, wie man diese Krankheiten behandeln soll. Ein psychologischer Ansatz schließt ein abgerundetes Verständnis aus genau wie jeder andere Einzelansatz, z.B. der neurologische. Das erlaubt solche Schlüsse, dass jemand gewalttätig ausagiert, weil es ihm an Serotonin mangelt. Oder dass Migräne auf unzureichende Vasokonstriktion zurückzuführen ist. Also mixen wir etwas Kaffee dazu und dem Patienten geht’s besser. Ist das Problem damit gelöst? Die Manifestation oder das Symptom vielleicht, aber nicht die Grundprobleme.

Wie können wir dann so bewandert sein, um alle Phänomene in allen drei Disziplinen zu verstehen? Möglicherweise gibt es ein paar Leute auf der Welt, die genügend kompetent sind, aber vielleicht ist das gar nicht nötig. Vielleicht kann die Feldtheorie die Forschungsrichtung vorgeben, und dann können Spezialisten aushelfen. Ich bin zum  Beispiel in Biologie nicht bewandert, aber meine Erfahrung, aktuelle Forschung und unsere Untersuchungen natürlicher Killerzellen führen mich zu der Theorie, dass diese Zellen, die Ausschau nach sich neu entwickelnden Krebszellen halten, durch Erfahrung schwerwiegend beeinflusst werden. Wir finden, dass sie in einer Art Schaukelbewegung mit Kortisol zusammenwirken. Wenn wir den Kortisolspiegel bei Patienten reduzieren, erhöht sich die Anzahl natürlicher Killerzellen.

Wir können dieses hinzufügen oder jenes wegnehmen, aber ohne Feldtheorie können wir das Gesamtproblem nicht verstehen. Andernfalls finden wir nur das, was wir engstirnig suchen, und nicht mehr. Ein anderes Beispiel: Wir lernen, dass Telomere direkt auf Kortisolspiegel reagieren; je niedriger der verbleibende Kortisolspiegel ist, umso länger sind die Telomere. Da diese Länge vielleicht erklärt, wie lange wir leben können, ist es von großer Bedeutung, sie innerhalb einer Feldtheorie zu erforschen. Andernfalls lernen wir eine Menge über Telomere (und die Forschung ist wichtig) aber nicht, wie die das Psychische/die Erfahrung sie beeinflusst. Alle Erfahrungsaspekte sind in unserem Körper jederzeit mit im Spiel. Wir können sie zu Studienzwecken abstrahieren, aber es ist dennoch eine Abstraktion.

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Übersetzung: Ferdinand Wagner