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Primal Mind

 

 

Dr. Arthur Janov:      Über die Wissenschaft der Primärtherapie               

 Montag, 10. Mai 2010, On the Science of Primal Therapy, www.arthurjanov.com                                                         

                                                                                                          

Ich lese gerade ein Buch über das Leben von Albert Einstein. Darin steht ein Satz, dass er an jemanden schrieb: „Wie herrlich es ist, eine zu Grunde liegende Einheit in einer Reihe von Phänomenen zu entdecken, die völlig separat scheinen.“

Das ist ein wichtiger Gedanke, weil ich glaube, dass es bei Primärtherapie der Fall ist. Es ist uns gelungen, Bettnässen, Migräne, hohen Blutdruck, Impulsivität, Besessenheit, Phobien und Gewalttätigkeit als Erscheinungen zu verstehen, die durch eine zu Grunde liegende Einheit bedingt sind. Also suchen wir, anstatt jedes neue Erscheinen von Symptomen oder Verhalten de novo zu behandeln, nach der zu Grunde liegenden Dynamik, die alle diese Phänomene enstehen lässt. Das macht unsere Aufgabe viel einfacher und natürlich komplexer.

Aber denken Sie an die darin liegende Eleganz: Wir brauchen keine neue Diagnose, wenn wir uns mit verschiedenartigen Phobien befassen, weil es einen eingeprägten Schrecken gibt, der sie alle erklärt. Es beseitigt die labyrinthische Aufgabe, jedem neuen Symptom oder Verhalten nachzuspüren, um die Ursache herauszufinden. Hier finden wir eine spezifische Zeit und einen spezifischen Ort, wo ein vergangenes Ereignis in unser System eingraviert wird. Wir müssen uns nicht mehr auf mystische Variablen wie das ‚Es’ oder Schattenkräfte verlassen. Diese Vergangenheit ist erfahrbar, sogar für Ereignisse während unseres Lebens im Mutterleib. Und darüber hinaus ist sie behandelbar; denn eine einzige grundlegende Variable kann die Behandlung der meisten voneinander getrennten Verhaltensweisen oder Symptome begründen – die Einprägung.

Wir arbeiten innerhalb der Richtlinien der Evolution, um Ursachen und Lösungen zu finden. Wir wissen, dass wir der Evolution des Gehirns nicht zuwiderhandeln können, wenn wir verstehen wollen, wie wir das werden, was wir sind. Wenn wir in unserer Therapie in der Gegenwart bleiben, vermeiden wir automatisch das, was mit Sicherheit die Ursachen so vieler Abweichungen sind. Wir wissen, dass Verhalten mit unserer Geschichte verknüpft ist, und wenn wir Geschichte vermeiden, vermeiden wir Heilung. Wir verlassen uns nicht mehr auf die Glaubensvorstellungen des Therapeuten, wir verlassen uns auf die inneren Wahrheiten des Patienten; wenn wir uns an diese Wahrheiten halten, werden wir davor bewahrt, in die Irre zu gehen.

Wo wir uns von allen allen anderen Therapien und Psycho-Theorien trennen, ist der Gedanke, dass sich zeigende Symptome die Wirklichkeit des Patienten sind. Zu Grunde liegender Schmerz vereinigt so viel unseres Lebens, unseres Verhaltens und unserer Krankheiten. Wenn wir diesen Schmerz nicht verstehen, können wir die Notlage eines Patienten nie verstehen. Es kann ein einziger Schmerz (Inzest) sein, der so viel über uns aufdeckt. Er ist in der Tat das vereinigende Prinzip für Neurose und Psychose. Wir können die Einprägung allmählich verstehen, da sie gleichzeitig Krebs, Depression und hohen Blutdruck beeinflusst. Sie verbindet so viele unterschiedliche Phänomene miteinander.  

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Übersetzung:  Ferdinand Wagner