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Dr. Arthur Janov:  Warum wir eine Therapie des Fühlens brauchen         

Montag, 25. April  2016, Why We need a Therapy of Feelings, www.arthurjanov.com                                                       

 

                                                                                                          

Weil genau das bei jedem Neurotiker fehlt, den ich behandle. Und der Schaden, den sie ihren Kindern zufügen, ist unbeschreiblich. Sie können ihn nicht fühlen, weil sie noch immer verdrängen und meilenweit von ihren Gefühlen entfernt sind. Deshalb haben sie keine Gefühle, die sie leiten könnten. Sie müssen sich auf gedankliche Vorstellungen berufen, also lesen sie auf ihre alten Tage zur Anleitung Dr. Spock, und der lag weitgehend ziemlich falsch. Sie haben sich nie auf ihre eigenen Instinkte berufen, weil die mit ihren Gefühlen vergraben waren. Er war der Blinde, der die Blinden führte, der Leute führte, die die Wahrheit nicht "riechen" konnten. Ich benutze dieses Wort, weil das alte Riechhirn im Lauf der Geschichte zum fühlenden Gehirn wurde. Und als wir unsere Gefühle verdrängten, gingen die Instinkte und die Sensibilität mit ihnen verloren. Und dann hatten wir gefühllose Seelen, von denen Shakespeare sagte, dass "sie keine Musik in sich haben." Wenn ich trinken würde, würde ich sagen: "Darauf trinke ich." Diese armen Seelen haben die Lebensessenz verloren, und dann gehen sie zu Therapeuten, die zur endgültigen Erledigung des Jobs beitragen, indem sie die Leute an ihren Kopf verweisen. Meistens gelangen sie nirgendwo hin, weil sie keine Ahnung haben, was fehlt, und die intellektuellen Gelehrten haben auch keine Ahnung; wie tragisch. Die Ärzte schauen, dass sie Gedanken ändern können, wenn sie doch nach Zugang zu Gefühlen Ausschau halten sollten, der so viel lösen würde. Diese Gefühle senden Antennen durchs ganze System, die Chaos anrichten und zu schrecklich falschen Wahrnehmungen und Überzeugungen führen. Diese Gedanken, um Gefühle anzubieten, die Gedanken und Auffassungen unterstützen, sitzen so schrecklichem Schmerz auf, dass sie über den Wissens-Horizont der Leute hinausgetrieben werden. So bekommen wir hirnrissige Überzeugungen und Wahnvorstellungen.

Nicht die Gedanken sind hirnrissig; sie tuen ihr Bestes, um den Zustrom eingeprägten Schmerzes zu bekämpfen. Leider scheitern ihre Bemühungen und werden "überkandidelt." Vergessen wir hier nicht die Evolution; Gefühle kommen hoch zur Verknüpfung und Auflösung. Das ist ihr "Raison d'Etre." Sie brauchen Verknüpfung, um mit Schmerz fertig zu werden, aber oft ist es zu viel, und der Schmerz bleibt drinnen und erzeugt Krankheit und Symptome aller Art. Dann haben wir Spezialisten, die mit der Symptom-Behandlung anfangen aber keine Ahnung haben, wo die herkommen.

Jetzt stellt euch vor, wir hätten nur Gefühlstherapien. Keine Einsichten mehr vor Gefühlen, denn das ist Evolutionsverleugnung auf jeder Stufe. Es gibt keine Worte bei den Schimpansen aber jede Menge Gefühle. Wir sind Schimpansen mit Worten, und jetzt versuchen wir, in Unterwürfigkeit vor den Worten das fühlende (Schimpansen)-Selbst abzuschneiden. Eine Therapie der Worte? Wohin sind die Gefühle gegangen? Den Leuten fühlen helfen? Würde das nicht so viel dumpfe Gewalt auf der Welt beseitigen? Die Leute könnten die Folgen ihres Handelns fühlen und würden zurückschaudern. Sie würden nie ein hilfloses Kind schlagen/verdreschen, wiederum weil sie spüren würden, wie falsch das ist. Aus demselben Grund würden sie ihre Tiere nicht schlagen. Sie würden ihre Ehefrauen, Ehemänner und Kinder lieben, weil sie fühlen könnten, was sie brauchen. Sie würden sie anfassen, umarmen und küssen und freundliche und zustimmende Worte äußern; Worte der Unterstützung und Ermutigung. Sie wären für sie DA in jedem Sinne des Begriffs. Sie würden eine drogenfreie Geburt gewährleisten und wissen, dass die Schwangerschaft für die Entwicklung des Kindes entscheidend ist, also keine Drogen/Medikamente, Alkohol oder verrückte Diäten. Sie würden wissen, dass da drinnen ein Lebewesen ist.

Sie würden wissen, dass Süchtige unter Schmerz stehen; der Plan lautet nicht, ihnen die Drogen wegzunehmen sondern die URSACHE FÜR DIE DROGEN wegzunehmen. Wenn, ja wenn sie nur wüssten, was die Ursachen sind und wo sie liegen. Wir nehmen den Diabetikern nicht ihre Medizin weg. Sie brauchen sie; und so brauchen Süchtige ihre Medizin. Und Schmerzkiller sind für Schmerz; das Problem ist, dass wir keine Ahnung haben, dass der Lebensanfang einen Rückstand eingeprägten Schmerzes fürs ganze Leben hinterlässt. Also nehmen die Leute Drogen, und wir denken einfach, es sei nur eine schlechte Gewohnheit, weil wir den Grund dafür nicht sehen können. Eine Therapie des Fühlens würde den Schmerz ausfindig machen, so dass er kein Geheimnis mehr wäre.

Aber um eine Therapie des Fühlens zu haben, brauchen wir jemanden, der/die fühlt und ihre Bedeutung kennt; keine leichte Lösung.

Wir müssen Töten und Jagen nicht aufhalten, weil kein fühlender Mensch eine Mutter jagen und töten könnte, die ihre Babys beschützt. Und wir müssen keine Leute ins Gefängnis stecken, die trinken und Auto fahren, weil diese Art Alkohol-Besessenheit vorbei wäre. Oje. Ist das so leicht? Es ist nicht so schwer. Alles, was wir tun müssen, ist, in der Schule in den Klassen über das Fühlen zu unterrichten, kein Therapie-Unterricht sondern Gefühlsunterricht, wo sich Schüler/Studenten gegenseitig beim Fühlen helfen. Das ist kein so unüberwindliches Hindernis.

Und wenn sie einmal auf die erste Linie/Ebene gelangen, wo Wut und Angst wohnen, bestünde die Möglichkeit, das alles auszumerzen. Wir haben Leute behandelt, die töten, aber jetzt sich das nicht einmal mehr vorstellen könnten. Und glaubt es oder nicht, wir behandeln eine Menge Angst- und Panik-Fälle mit Erfolg, weil wir wissen, wo die Ursachen liegen und wie man sie aus dem System herausbekommt. Und sie sind so erleichtert, diese Gefühle aus ihren Körpern herauszubekommen. Das kann in einer Therapie ohne Fühlen nie geschehen. Ich sag's noch einmal, bei tiefer Verdrängung ist jeder Zugang zwischen Bewusstseinsebenen verriegelt, und Gefühle können Handlungen nicht mehr prägen. Also, es gibt unkontrollierte Wutausbrüche, und was passiert? Die Leute werden zum "Wut-Management" geschickt. Als wären Gefühle ein Geschäft, das man managen muss. Aber managen ist eine Von-oben-nach-unten-Angelegenheit, während die Person eine Von-unten-nach-oben-Handhabung braucht. Sie muss tief ins Gehirn bis zum Hirnstamm vordringen, um an die fest verankerte Einprägung zu gelangen, die dort zuhause ist. Das kann Monate dauern, aber es ist von essentieller Bedeutung, wenn man sich mit dem beschäftigt, was tief drinnen existiert: äußerste Hoffnungslosigkeit von einer Geburt, die unter Medikamenten stattfand oder kein Entkommen ermöglichte und einen Rückstand an Hilflosigkeit und Hoffnungslosigkeit hinterließ und eine Körpertemperatur in Richtung 96 Grad (Fahrenheit). Ein Zeichen, dass der Körper aufgab und alle Hoffnung fahren ließ, da die Kraft gegen das Baby überwältigend war. Das wurde nie ausgedacht; es wurde GEFÜHLT, weil damals keinerlei Worte existierten.  Und genau deshalb brauchen wir eine Therapie des Fühlens, wenn wir der Sache jemals auf den Grund kommen wollen.

Was ist das Geheimnis bei der Behandlung von Depression und Angst? Da gibt's überhaupt kein Geheimnis, wenn wir das tiefe Gehirn in Funktion sehen; wenn wir tatsächlich seine Auswirkungen sehen. Es ist nur kompliziert, wenn man nur oben bleibt..... und in der Therapie nicht Gefühle ins Zentrum rückt.

Nur Gefühle werden uns zu den Ursachen führen. Wir müssen den schmerzenden Zahn behandeln, wenn wir den Abszess finden. Aber wenn wir nie wissen, dass es einen Abszess gibt? Der Patient wird weiterhin leiden, und weder er noch der Arzt werden die Antwort kennen, weil das Leiden verdrängt ist und außer Sicht. Verhalten ist nur ein Zeichen der zu Grunde liegenden Ursache. Wenn wir Patienten helfen sollen, müssen wir uns mit der Ursache befassen.

 

Übersetzung: Ferdinand Wagner