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Primal Mind

 

Dr. Arthur Janov:   ÜDWas Beruhigungsmittel bewirken DDrängung als Hauptakteur                 

Mittwoch, 22. September 2010, On What Tranquilizers Do, www.arthurjanov.com                                                         

                                                                                                          

Ich spreche oft von unserer inneren Apotheke. Wenn Schmerz die Arena betritt, geht unser Gehirn in diese Apotheke und bestellt, was es braucht; nehmen wir mal an, mehr Serotonin für die Synapsen, um die Verdrängung zu unterstützen. Was die kommerziellen Apotheken machen, ist, dass sie genau die Moleküle produzieren, die wir innerhalb unserer Gehirne herstellen; und sie tun es, weil wir selbst nicht genug herstellen können. Ich bin überzeugt, dass die meisten von uns das herstellen, was wir im gewöhnlichen Lebensverlauf brauchen. Aber wir wissen, dass es, gerade wenn sich das Gehirn im Mutterleib entwickelt, Traumen gibt, die uns befallen und niedrigere Serotonin-Sollwerte verursachen; das heißt, wir können nicht absondern, was wir brauchen, weil Schmerz (schädliche Elemente wie z.B. eine Mutter, die sehr ängstlich ist oder raucht) das Gehirn veranlasst hat, seine Reserven im Kampf gegen das Überwältigtwerden aufzubrauchen. Und das begründet einen ständigen Mangel. Und was dann geschieht, ist, dass der Nachwuchs/der jetzt Erwachsene ebenso chronisch ängstlich ist, weil seine/ihre Schleusungsmechanismen defekt sind; und so geht der Kreislauf weiter.

 

Es ist zurzeit eine Debatte darüber im Gange, wie ratsam es ist,  Beruhigungsmittel im Mutterleib zu benutzen, um das mütterliche System zu normalisieren. In beide Richtungen gibt es ein Minus. Wenn man der Mutter keine Medikamente gibt, dann ist sie ängstlich oder deprimiert und wird es an ihr Baby weitergeben. Wenn wir Tranquilizer verabreichen, während der Fetus sich noch im Mutterleib befindet, dann können diese ebenso auf das Baby übertragen werden. Wir überlasten den Serotoninspiegel des Babys durch Medikation. Es gibt keine großartige Lösung außer einer: Normalisiere das System, bevor du schwanger wirst! Das ist machbar, und wir haben in zahlreichen Studien gezeigt, dass wir das Gehirnsystem nach einem Jahr Primärtherapie tendenziell normalisieren. Das ist besser, als unserer inneren Fabrik in die Quere zu kommen.

 

Frederich van der Veen präsentierte dem Forum der Europäischen Neurowissenschaft seine Forschungsergebnisse über Serotonin (Juli 2010). Sie gaben Versuchspersonen eine Dosis eines Serotonin-Verstärkers. Diese Personen sahen sich dann traurige Fime an. Diejenigen auf Medikation weinten viel weniger. Das Medikament senkte den Schmerzspiegel wirkungsvoll und eröffnete etwas Zugang zu Tränen und zu den traurigen Gefühlen. Normalerweise haben wir keine niedrigen Serotoninwerte, ausgenommen aufgrund eines Traumas; und die Traumen, die uns am frühesten im Leben zustoßen, sind die gewaltigsten, weil sie tatsächlich mit Angelegenheiten auf Leben und Tod zu tun haben. Weniger weinen bedeutet nicht nur weniger Tränenfluss; es bedeutet auch weniger Zugang zu uns selbst und unseren Gefühlen. Der Zweck der Serotonin-Verstärker besteht darin, einige unserer Gefühle und Reaktionen darauf zu betäuben.

 

Spritzen oder Pillen beseitigen den Schmerz oder den Aufruhr im System nicht; sie verstecken das alles und machen uns noch unbewusster. Aber diese Unbewusstheit kann töten; was du nicht kennst, das kann dich verletzen. Die Einnahme von Medikamenten muss man als Überbrückungsmethode sehen und nicht als Heilmittel.

 

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Übersetzung: Ferdinand Wagner