Home    Artikel und Buchauzüge      Übersetzungen aus A. Janovs Webseite     Neue Beiträge       Primärtheorie und Primärtherapie         Buchübersetzung: Bücher von A. Janov  

20 Kernthesen der Primärtheorie und Primärtherapie        ArthurJanov.com         Facebook          Studien und Statistiken            Primalpage                Emak              Primaltherapy.com

Primal Mind              Epilepticjourney

 

 

Dr. Arthur Janov:     Mehr über Prägung/Einprägung (2)               

 Sonntag, 06. Februar 2011, More on the Imprint, www.arthurjanov.com                                                         

                                                                                                          

Ich glaube, wo die konventionelle Therapie und ich getrennte Wege gehen, ist, wenn es um den Begriff der Einprägung geht, obgleich es genügend Beweise dafür gibt. Ich werde heute in der Presse an die Einprägung erinnert, wo ein Artikel über Stammzellen steht. Wissenschaftler hatten einen Weg gefunden, den Gebrauch embryonaler Stammzellen zu vermeiden, indem sie gegenwärtige Hautzellen benutzten und es durch ein kompliziertes Verfahren schafften, die Uhr zurückzudrehen und diese Zellen wieder zum Äquivalent der Embryonalzellen zu machen. Außer! In einigen Fällen geht das nicht. Das heißt, die erwachsenen Zellen lassen sich nicht auf ihr nacktes, primäres Selbst zurückspulen, egal, was man mit ihnen macht. Sie behalten dennoch die Erinnerung an ihr erfahrenes Selbst bei und können deshalb nicht für die Stammzellen –Therapie verwendet werden. Sie behalten ihre Identität, ihr reales Selbst, komme, was da wolle. Kurz gesagt, können sie ihre Prägung nicht abschütteln. Erinnerung ist so stark und unabänderlich, dass sie sogar nach einer drastischen Prozedur dieselbe bleibt.

 

Im Allgemeinen bedeutet embryonal 'innerhalb 12 Wochen ab der Empfängnis'. Embryonale, primitive Zellen können verwendet werden, weil sie noch nicht „zugeordnet“ sind (pluripotential genannt).  Sie sind nicht das geworden, wozu sie bestimmt sind: Knochen, Blut, Nieren, etc. Somit sind sie nicht gebunden und haben keine spezielle Identität. Forscher können sie dann zu allem machen, was sie wollen. Sie sind formbar, weil ihnen die Erfahrung fehlt und sie sich bis jetzt noch nicht entwickelt haben. In gewisser Weise ist es dasselbe, was mit Kleinkindern geschieht, denen es an Erfahrung mangelt; man kann sie zu dem machen, was die Eltern brauchen und wollen.

 

Wenn Zellen einmal das geworden sind, wozu sie bestimmt waren und eine Identität haben, die eingeprägt worden ist, lassen sie sich oft nicht ändern; ihre Identität (Georg, die Hautzelle) bleibt felsenfest. So konnten bei diesen Hautzellen, die auf ihr primitives Selbst zurückgespult wurden, einige von ihnen nicht dazu verwendet werden, ein anderes Organ wieder herzustellen – zum Beispiel Knochen. Sie behielten die Erinnerung bei an das, was sie waren. Und die Gefahr von all dem ist, dass man anfängt, Zellen für die Therapie zu verwenden, und plötztlich (und ich übertreibe) wachsen dir Zähne im Hals. Wahrscheinlicher noch bekommt man das, was als Teratom bezeichnet wird, wachsende Tumoren anstatt des erwünschten Organs.

 

Der entscheidende Punkt ist, dass die Prägung felsenfest ist und sogar in mikroskopische Zellen eingraviert wird. Und sie verlieren ihre Identität nicht leicht. Unsere menschliche Prägung, so schlage ich vor, findet man in jeder Faser und Zelle unseres Seins, und sie bewahrt eine genaue Erinnerung ihrer Vergangenheit. Somit beherrscht sie natürlich unser Leben. Und natürlich kann sie nicht an einem bestimmten Ort im System lokalisiert werden, weil sie überall ist. Die Einprägung sagt: „Das ist mit mit passiert und das bin ich.“ Unsere Erinnerung und unsere Identität werden eins. Weil die Einprägung überall ist, gibt es Veränderungen im Gesamtsystem, wenn wir sie wiedererleben. Und deshalb müssen wir wiedererleben, um tiefgreifende Veränderung in Medizin und Psychiatrie zu schaffen.

 

Das ist noch nicht alles an dieser Geschichte, denn Schwangerschafts-Stress hinterlässt einen Abdruck auf den Genen. Diese Markierung wird dann fest eingebaut, und sie wird zu einem Teil von uns; eine epigenetische Erinnerung. Die Art und Weise, wie das geschieht, ist durch einen Prozess der Methylierung, wobei Aspekte der Methylgruppe zu den Zellen addiert oder von ihnen subtrahiert werden. Stress oder Urschmerz ist in den meisten Grundaspekten unserer Zellen verschlüsselt und bleibt dauerhaft bestehen. Er kann einen Abdruck in den Hippokampuszellen hinterlassen und so später die Erinnerung beeinflussen. Die Art und Weise, wie sich das entwickelt, hilft das kritische Fenster zu definieren – die Zeit, in der die Bedürfnisse erfüllt werden müssen oder es wird Schmerz eingeprägt; und sie legt fest, wohin der Patient für eine Auflösung gehen muss.

 

Die Annahme einiger Forscher geht dahin, dass der Prozess der Methylierung geändert werden kann. Und das ist möglicherweise machbar, wenn der Patient zu dem neurophysiologischen Zustand zurückgeht, als die Einprägung geschah. Das kann Veränderung der Einprägung bedeuten und vielleicht Normalisierung der Zelle. Mit anderen Worten sind wir fürs Leben gezeichnet, wenn die Markierung auf der Zelle gemacht worden ist, es sei denn, diese Markierung/dieses Ereignis wird wieder aufgesucht und noch einmal erlebt. Und es kann unbewusst wiedererlebt werden; es kann wiedererfahren werden, ohne dass man sich seiner speziell bewusst ist, wenn wir erst in den Erinnerungsschaltkreis eingebunden sind. Aber einen Moment noch – der Prozess der Methylierung lässt sich zeitweise durch Medikamente wie Prozac umkehren. So können uns Tranquilizer helfen, vorübergehend Erleichterung zu finden. Jetzt sehen wir, wie wir Genetik mit Epigenetik verwechseln können, weil das alles bei Vererbung mitzumischen scheint. Wenn Eltern und Großeltern blaue Augen haben, ist es schließlich kein Geheimnis, wenn die Kinder blaue Augen haben. Aber wenn es um Verhalten und Gefühle geht, ist es eine andere Sache. Weil sie geändert werden können durch die Erfahrung, die diese Gene machen. Und diese Erfahrungen „beschließen“ dann, wann diese Gene ausgedrückt oder unterdrückt werden.

 

Und genau hier lässt sich ein Teil des Krebsgeheimnisses aufdecken, weil es sein könnte, dass sich die Zellen normal entwickeln würden, wenn nicht Stress Verdrängung provoziert hätte, wo sie nicht sein sollte. Und die Zellen werden jetzt „erdrückt“ oder abgelenkt, wenn sie vorwärts drängen, nur um blockiert zu werden. Die Zellen können nicht mehr sie selbst sein; sie verlieren ihre Identität. Sie werden verändert. Wir werden verändert.

 

_______________