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Dr. Arthur Janov:     Mehr über Prägung/Einprägung                 

 Montag, 17. Januar 2011, More on the Imprint, www.arthurjanov.com                                                                                                                                                         

                                                                                                          

 

Ich habe viel über die Einprägung geschrieben. Auf der tiefsten Ebene unserer Existenz, während der Zeit im Mutterleib, sind Einprägungen vordringlich, weil so viel von dem, was sich abspielt, eine Sache auf Leben und Tod ist. Eine Mutter, die raucht, trinkt, Drogen nimmt. Eine tief deprimierte oder manische Mutter. All das wirkt sich auf den Fetus aus und wird verschlüsselt und registriert für die Ewigkeit; es wird überall im System eingeprägt. Aus diesem Grund kommt es überall in uns zu Veränderungen, wenn Patienten die Einprägung wiedererleben.

 

Wenn sich das Gehirn entwickelt, repräsentiert jede neue höhere Ebene der Gehirnfunktion die Einprägung auf ihre eigene Weise; das ist wichtig. Wir fügen auf einer Ebene Emotionen und Bilder hinzu und fügen dann Gedanken hinzu, um die Einprägung auf einer höheren Ebene zu repräsentieren. Jetzt überlegt. Gedanken repräsentieren die Einprägung des Fetus auf einer gedanklichen Ebene. Und diese Gedanken ergeben keinen Sinn, weil die Einprägung keinen gedanklichen Sinn macht. Hier versuchen Gedanken, sich der Kraft der Einprägung anzupassen. Und ach ja, die Einprägung tief unten sendet nicht nur neutrale, banale Informationen nach oben; sie schickt auch die Valenz, die Energie und die Kraft dieser Einprägung nach oben. Somit hat die Gedankenebene jetzt einen zwingenden Druck, wie sie auf gegenwärtige Situationen zu reagieren hat. Und die Reaktion kann übertrieben sein, weil die Gegenwartssituation mit der Einprägung auf tieferer Ebene resoniert hat - und mit ihrer Kraft, unangemessene und verrückte Reaktionen hervorzurufen. Und diese Reaktionen können hyper-argwöhnisch sein, Paranoia, weil die ausgelöste Einprägung die des Schreckens ist; die manische und übermäßig aufgeregte Mutter erschreckt das Baby, und wenn das Kind alt genug ist für Überzeugungen, wird es zweifelsohne paranoid sein. Und alles, was das Abwehrsystem schwächt,  wie z.B. LSD oder Marijuana, kann geradewegs zu Paranoia führen. Seht ihr jetzt, warum?

 

Sehen wir uns das etwas näher an. Die Speichen, die von der fetalen und geburtlichen Einprägung ausgehen,  werden auf ihre eigene Weise auf höheren Ebenen neu repräsentiert. Die Traumebene versucht, damit fertig zu werden, aber bald kann der Traum den Druck und die Kraft nicht im Zaum halten, und das führt zu einem Alptraum. Wir wachen verschreckt auf, nicht weil die Nazis oder die Tiger uns jagen sondern das Gefühl!! Die Einprägung ist erbarmungslos. Sie beinhaltet den Schmerz und den Schrecken und zwingt uns die ganze Zeit, uns damit zu befassen. Es gibt keine Atempause. Die zweite Ebene erzeugt die Nazis, um die Furcht auf dieselbe Weise zu rechtfertigen, wie wir im Wachzustand Feinde erschaffen, um unseren Zorn und unsere Furcht zu rechtfertigen. Und wenn wir eine Schwächephase haben, bricht sie durch und erzeugt eine Panik oder Angstattacke. Diese Angst ist nicht mehr als die Einprägung, die sich ihren Weg hinaus erzwingt. Und wir nehmen Schmerztöter und Tranquilizer, um damit zurecht zu kommen; diese Pillen wirken auf tieferen Ebenen und beruhigen oder unterdrücken dann unsere sonderbaren Ideen für den Augenblick. Die bizarre Gedankenbildung ist nicht das Problem; es ist die Einprägung. Deshalb scheint sie in der real existierenden Psychiatrie ein solches Geheimnis zu sein. Keine Therapie hat eine Methode, tief nach unten zu gelangen, um sich mit der Einprägung zu befassen. Und schlimmer noch, keine Therapie hat eine Theorie, die sie beinhaltet. Wie also können sie die Einprägung je verstehen?

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Übersetzung: Ferdinand Wagner